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Reparatur-des-lenkungsdaempfers

Der Lenkungsdämpfer (LD) der K Reihe, so wie es aussieht auch der meiner K1200RS, ist wohl nicht für die Ewigkeit gebaut worden.

Die Wellendichtringe werden an beiden Seiten durch Verschmutzung und der Lenkbewegung beschädigt und dadurch undicht.

Wer also mal einen Fleck an der Verkleidung in der Nähe des LDs entdeckt, der sollte sich diesen mal anschauen.

Ausbau

Der Ausbau des LD ist bei der K1200R nicht sonderlich schwer. Es müssen lediglich die linken Verkleidungsteile rund um den LD sowei dem Tank abgebaut werden.

Somit werden die Befestigungsschrauben am Hauptrahmen freigelegt.

Die Befestigungsschraube an der Lenkerlagergrundplatte kommt man, wenn der schwarze Kunstoffstopfen zwischen Lenker und Tank unterhalb der Lenkerbrücke

entfernt wird. Einfach mit einem Schraubenzieher aufhebeln.

Zerlegen

Die Wellendichtringe des LD werden mit Springringen gesichert. Entfernt man diese samt den Unterlegscheiben, kann der Wellendichtring an der Seite,

wo der LD seitlich befestigt wird, entfernt werden.

linke Dichtungselemente rechte Dichtungselemente

Dazu kloppft man einfach mit einigen beherzten schlägen, mit einem Gummi- oder Kunstoffhammer, auf die

gegenüberliegende Seite des Tauchrohres, wo die Schlitzschraube sitzt. VORSICHT: Restliches Öl im LD spritzt ein wenig.

Die Bilder weiter unten bringen sicher etwas Erleuchtung.

Nun kann mit einem Schraubenzieher oder einer gewinkelten Zange der andere Wellendichtring ausgehebelt werden.

Hier die Vorder- und Rückseite der alten (links) und neuen (rechts) Wellendichtringe.

Man sieht deutliche Abnutzungsspuren an der Vorderseite des originalen Wellendichtringes.

Wellendichtringe Vorderseite Wellendichtringe Rückseite

Wenn nun alles freiliegt, kann mit der Säuberung aller einzelnen Teile begonnen werden.

Lenkungsdämpfer zerlegt

Die Hälfte des Tauchrohres, an der die kleine Schlitzschraube aufgeschraubt ist, kann auch abgeschraubt werden.

Tauchrohr mit Verschraubung für Überlauf

Auch die mittleren Teile des Dämpfungssystems sind nur durch Springringe gesichert. Entfernt man diese, können die 2 Dämpfungsdichtungen mit der Feder, im inneren, ausgebaut werden und gesäubert werden.

Hier verbirgt sich oft schon groberer und dickflüssigerer Schmutz, wenn z.B. das Gabelöl mit der Zeit total ausgelaufen ist.

Teile mittleres Dämpfungssystem Teile mittleres Dämpfungssystem
Teile mittleres Dämpfungssystem

Wenn man sich die Innenseite der Tauchrohr begrenzer (liegen an beiden Seiten direkt hinter den Wellendichtringen) eine rötliche Farbe erkennen kann, dann ist das kein

Rost sondern nur die Farbe des Teflongleitringes.

Zusammenbau und befüllen

Wenn soweit alles sauber ist, dann kann die Seite an der der LD seitl. befestigt wird mit dem LD-Gehäuse zusammen gebaut werden. Vorher das Tauchrohr zusammenbauen.

Der neue Wellendichtring ließ sich recht leicht mit den Fingern und danach mit einer passenden Knarrennuß eindrücken.

TIP: Der LD ist an einer Seite kürzer, wenn man von der Verschraubung des Gehäuses hergeht. An dieser Seite ist, im zusammen gebauten Zustand, die seitl. Verschraubung des LD's.

Die andere Seite ist die, die offen ist, sprich an der dann das Tauchrohr die kleine Schraube hat.

Lenkungsdämpfergehäuse

Nun kann der LD z.B. in einen Schraubstock gespannt und mit der Befüllung des Gabelöls begonnen werden.

Ich habe Öl der Viskosität 15W genommen da dieses etwas dicker ist und somit schwerer austreten kann.

In einen LD kommem ca. 20 - 25 ml Öl rein.

So man drückt also das Tauchrohr ganz runter und füllt den LD zu ca. 3/4 auf.

Nun einfach das Tauchrohr paar mal hoch und runter bewegen damit die Luft entweichen kann (mittleren Teile des Dämpfungssystems nicht über das Öl drücken).

Wenn keine Luft mehr drin ist, die Schraube des Tauchrohres ausdrehen. Der obere Teil des Tauchrohres ist hohl und dient zum Überlaufschutz.

Hier drin befindet sich noch ein ca. 6mm hoher Stopfen, welcher komplett nach unten gedrückt wird (dahinter ist ja auch noch Luft).

Nun den Ld wieder rauf und runter bewegen und wenn keine Bläschen mehr kommen die Schraube wieder zudrehen.

Der Ld wird im oberen Verfahren immer wieder befüllt und entlüftet, bis er ca. 5mm vor oberkante voll und Blasenfrei ist.

Lenkungsdämpfergehäuse von oben

Jetzt einfach die obere Seite mit Wellendichtring, Unterlegscheibe und Springring zusammenbauen.

TIP: Durch den Wellendichtring und die Unterlegscheibe einen Bindfaden, oder ein mehrmals zusammengefaltetes Nähgarn, durchziehen und dann erst zusammenbauen.

So kann beim Eindrücken überschüssiges Öl besser entweichen.

Nun noch das restliche Öl abwischen, die Unterlegscheibe und den Springring aufsetzen und Fertig.

Der Einbau an das Motorrad erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Die Seitlichen Schrauben werden mit 19Nm und die Schraube am Lenker mit 24Nm festgeschraubt.

WICHTIG: Da die 3 Schrauben lt. BMW Mikroverkapselt sind benötigen diese keine Schraubensicherung und sollten eigentlich erneuert werden.